Das Gebäude der alten Sagi am Heischerbach wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut. Für den Antrieb der Säge war das starke Gefälle des Baches wichtig. Schon die Vorgänger-Bauten standen hier, wo das Wasser vom Sagiweiher her über eine offene Zuleitung ein Wasserrad antrieb, durch welches das Sägewerk in Gang gesetzt wurde.
Details zum Sägereibetrieb
Zwei Stauweiher, der erwähnte Sagiweiher oben am Waldrand und ein zweiter beim Weiler Hinteralbis (Weihermätteli) ermöglichten eine regulierbare Wasserzufuhr. Nach 1945 lieferte ein Diesel- und später ein Elektromotor die Energie, um die Gattersäge mit einem einfachen, senkrecht arbeitenden Sägeblatt anzutreiben.
Die Geschichte der „Gesellschaft Hausen“
Wer geschichtlich interessiert ist, bedauert das Verschwinden der alten Sagi. Sie ist der einzige noch vorhandene Zeuge, der an die Hochblüte der sogenannten „Gesellschaft Hausen“ erinnert.
Hier, wo die obersten alten Häuser von Heisch stehen, gründeten schon 1567 rund dreissig initiative Männer aus dem ganzen heutigen Gemeindegebiet eine Art Genossenschaft. Sie legten Geld zusammen für den Kauf eines Grundstücks. In einer eigenen Wirtschaft wollten die Männer Wein und Essen zu günstigeren Preisen verkaufen als der damalige Wirt im Heischer Unterdorf. Neben ihrer Wirtschaft “zum Hengst” betrieb die Gesellschaft bald auch eine eigene Metzgerei, eine Bäckerei, eine Badstube und eine Sägerei zum Nutzen der schnell wachsenden Anzahl Mitglieder. In einem eigenen Schiessstand übten die Gesellen ihre Treffsicherheit mit der Waffe. Hatte der Säckelmeister (Kassier und gleichzeitig Präsident) genügend Geld in der Kasse, so unterstützte man zum Beispiel gemeinnützige Einrichtungen wie die Feuerwehr (Kauf von Löscheimern oder Beitrag an eine neue Feuerspritze). Während Jahrhunderten war diese Gesellschaft die einzige politische und wehrhafte Körperschaft der drei Dörfchen Heisch, Hausen und Ebertswil.
Relikt der abgebrannten Wirtschaft „Zum Hengst“
Im Jahr 1833 zerstörte ein Brand die Wirtschaft „zum Hengst“, so dass sie nicht mehr zu retten war. Die Wahl des Standorts einer neuen Wirtschaft führte zu Unfrieden unter den Gesellen – in einem Schriftstück steht: „Es hat viel Streit in der Gemeinde verursacht, denn die Hauser, Ebertschwiler und Höfen gegen Sihlbrugg wollten nach Hausen vorziehen, die Heischer und Höf gegen Törlen wollten es in Heisch auf dem alten Platz aufbauen.“
Die Gesellen einigten sich schliesslich und erwarben im selben Jahr in Hausen die Liegenschaft des heutigen Restaurants „Löwen“. In Fronarbeit baute man das Gebäude zur neuen Gesellenwirtschaft aus.
Bereits 1858 verkaufte die Gesellschaft das Restaurant. Die gemeinsam betriebenen Unternehmen kamen allmählich in andere Hände. Was durch diese Verkäufe noch übrig blieb, wird Gesellengut oder Gesellschaftsgut genannt. Der Säckelmeister verwaltet das heute recht bescheidene Gesellschafts-Vermögen.
Bis in die Gegenwart hat sich der Brauch erhalten, dass alle drei Jahre ein neuer Säckelmeister gewählt wird. Der abtretende Kassier und Präsident hat die Pflicht, vom Zins der drei vergangenen Jahre einen Teil an alle Anwesenden auszuzahlen. Den Rest übergibt er dem neuen Säckelmeister, der die anwesenden Gesellen auf seine Kosten einlädt und „die Gesellschaftsbürger eine Nacht lang bei Speis und Trank frei hält“.
Mitglieder der Gesellschaft sind bis heute die männlichen Nachkommen der alten Gesellschafts-Familien mit den Namen Bär, Berli, Götschi, Grob, Hägi, Huber, Lier, Näf, Ringger und Weber.
Sagi Heisch, Karte von Heinrich Hägi, Rs
1916 · Diverses
Ofenkachel Gesellengutes Hengst
1745 ? · Personen und Vereine
Sagi Heisch (6), Überblick
2006 · Diverses
Sagi Heisch (1)
2014 · Gebäude, ohne Post Hausen und Ebertswil, Albisbrunn und Restaurants
Sagi Heisch (2)
2014 · Gebäude, ohne Post Hausen und Ebertswil, Albisbrunn und Restaurants
Sagi Heisch (3)
2014 · Gebäude, ohne Post Hausen und Ebertswil, Albisbrunn und Restaurants
Sagi Heisch (4)
2014 · Gebäude, ohne Post Hausen und Ebertswil, Albisbrunn und Restaurants
Säckelmeister-Feier (4), vor dem Löwen
1947 · Restaurants: Hirschen, Löwen, Schönegg, Wiesental
Gesellengut Plan Löwen 1832
1842 · Personen und Vereine