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Mülimatt

Die Entstehung der Siedlung Mülimatt geht auf die 1970er-Jahre zurück. Eine politisch aktive Gruppe der sozialdemokratischen Partei des Kanton Zug suchte erschwingliches Land für eine Wohngenossenschaft. Den Initiantinnen und Initianten war es ein Anliegen, ein familienfreundliches gemeinschaftliches Wohnen zu ermöglichen. In Hausen konnte diese Idee verwirklicht werden.

Es entstand eine Siedlung mit elf unter-schiedlich grossen Wohneinheiten und einem Gemeinschaftsraum. Die Anordnung der Häuser bilden einen geschützten Innenhof mit einem langen Gebäude entlang der Strasse, welches als Autounterstand und Estrich dient sowie einen thermischen Sonnenkollektor für die Beheizung der Gebäude enthält.

Mit Ausnahme der Brandmauern wurden die von Architekt Pierre Zoelly konzipierten Gebäude aus Holz erstellt. Energietechnisch wurden die neusten Erkenntnisse umgesetzt und die Häuser schon damals sehr gut isoliert. Das nach Süden geneigte Dach des Autounterstandes liefert mit der 150 m2 grossen Sonnenkollektor-Anlage warmes Wasser. Damit wird in jeder Wohneinheit ein kombinierter Warmwasser- und Heizungsspeicher gespeist. Jede Partie kann selber mit Holz heizen. In einer ersten Phase wurde auf einem zusätzlichen Flüssiggas-Herd gekocht. Auf diese Weise konnte (zur Zeit der Anti-Atominitiative) der Verbrauch von elektrischem Strom gesenkt werden. Später stellte man auf energiearme Elektroherde um. Zur gemeinsamen Benützung stehen den Bewohner*innen der grosse Innenhof sowie eine Waschküche, eine Werkstatt und Kellerräume zur Verfügung.

Nach einer intensiven Bauphase, während der jede Familie mit Eigenleistung beim Bauen mitgeholfen hat, konnte im Juli 1982 die letzte Familie einziehen. Jetzt ging es darum, das Zusammenleben zu organisieren und zu gestalten. In den ersten Jahren fanden die Sitzungen der Genossenschaft wöchentlich statt und Vieles musste bis ins kleinste Detail diskutiert und demokratisch entschieden werden. Das «Wohnprojekt Mülimatt» kam dem gesellschaftlichen Wandel in Bezug auf die Rollenverteilung in der Familie entgegen. Kinder werden gegenseitig gehütet, bekocht und dürfen im Freiraum des Innenhofes in einem wohlwollenden und kinderfreundlichen Umfeld aufwachsen. Von aussen gesehen erweckte das Wohnprojekt anfänglich vielerorts Misstrauen und Vorurteile im Dorf, nicht nur der damals langhaarigen Männer wegen. Die gemeinsam organisierten Sommerfeste, zu denen Verwandte, Nachbarn und Freunde aus Hausen eingeladen waren, wurden legendär. Eine eigene Blaskapelle begrüsste die Gäste, das Gelände war festlich dekoriert, ein feines Essen mit einem himmlischen Dessertbuffet, angereichert von den Besuchern, durfte nicht fehlen. Bei Einbruch der Dunkelheit gab es zur Überraschung eigens kreierte Theaterstücke, welche den Zuschauern auf humoristische Weise Einblick in das Zusammenleben der Mülimättler gab. Die Szenen spielten sich im Innenhof, auf den Balkonen und Dächern ab.

In den 1990er-Jahren wurden die Wohneinheiten aus der Genossenschaft herausgelöst und den bisherigen Mieter*innen zum Kauf angeboten. Das Grundstück, die Heizungsanlage und die gemeinsam genutzten Räume blieben im Besitz der Genossenschaft. Mit dem Erlös der verkauften Häuser war es möglich, einen neuen Gemeinschaftsraum von 88 m2 zu errichten. Er dient den Bewohnern und Bewohnerinnen für gemeinsame Anlässe, kann aber auch von Auswärtigen gemietet werden. Seit 1998 nutzt ein Team den Gemeinschaftsraum als kulturelle Bühne. Jeweils am letzten Donnerstag im Monat wird die sogenannte Mülibar zum Treffpunkt für ein Publikum aus Hausen am Albis und Umgebung.

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