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Löwen

Das stattliche Gebäude wurde um 1720 errichtet und ist eine der prägendsten Bauten des Dorfes. Das ursprüngliche Wohnhaus war 1833 von den Mitgliedern der „Gesellschaft Hausen" gekauft und im Frondienst zur Gesellenwirtschaft ausgebaut worden. Der Name „Löwen" wird erstmals auf einem Plan des Strassenprojekts Albisstrasse–Zugerstrasse von 1842 genannt.

1878 wurde dem Riegelbau ein grosser Saal mit Bühne angefügt. Bis zur Fertigstellung des Gemeindesaales anfangs der 1980er-Jahre wurden hier die jährlichen „Chränzli" der Dorfvereine und Fastnachtsbälle veranstaltet.

Heute steht der stilvoll renovierte Saal für Konzerte, Tanzveranstaltungen usw. zur Verfügung.

Wirtsleute des Hotels und des Restaurants Löwen
Nach dem Zweiten Weltkrieg erwarb das Ehepaar Karl und Julia Burkard, von Willisau (LU), die Liegenschaft Löwen samt des dazugehörigen Landwirtschaftsbetriebs mit 15 Hektaren zum Preis von damals 132’000 Franken.
1957 übernahm der Sohn Emil Burkard das Gasthaus, sein Bruder Otto den Landwirtschaftsbetrieb. Von 1987–2018 führten Beat Burkard und seine Frau Ruth in dritter Generation das Restaurant und Hotel Löwen. Zum Betrieb gehörten bis 2018 dreizehn Hotelzimmer im 2. und 3. Stock. Darin standen ursprünglich auf einer Kommode je ein grosser Wasserkrug samt ein Waschschüssel. Heute werden die ehemaligen Hotelzimmer als kleine Einzelbüros vermietet.
Seit April 2018 wird der Löwen vom Hausemer Unternehmer-Ehepaar Michael von Arx und Joëlle Apter betrieben, die stolz und glücklich sind, den traditionsreichen Gasthof weiterführen zu dürfen und für die kommenden Generationen als Ort der Begegnung zu erhalten. Die vielen Anlässe im Saal werden von der Bevölkerung sehr geschätzt.
Ein Gasthaus für Anlässe verschiedenster Art
In den 1970er-Jahren machte die „Beizen-Fasnacht“ den Löwen überregional bekannt. Da die Fasnacht bei uns im Kanton Zürich sehr spät angesetzt ist, strömte aus der angrenzenden Innerschweiz und aus dem Freiamt das Servierpersonal über die Kantonsgrenze nach Hausen und kam so auch noch zum Festen. Im Löwen, wie auch im nahe gelegenen Hirschen, wurde ausgiebig gefeiert. Drei Guggenmusiken spielten im Löwen gleichzeitig auf: in der Bar, im Restaurant und im grossen Saal. Auch Damen vom „horizontalen Gewerbe“ aus Zürich wurden engagiert. Parkierte Autos allen Strassen entlang bis an die äussersten Dorfränder zeugten von den bis 800 verkauften Eintritten, welche im Löwen an die Festteilnehmer verkauft wurden.

Eine Sehenswürdigkeit in unserer Region ist der Park Seleger Moor. In den 1970er- bis 1990er-Jahren machten der Park und der Löwen jeweils Propaganda füreinander, sodass die Leute zunächst den Park besuchten und anschliessend im Löwen eine Mahlzeit konsumierten. Dabei waren bis sechs Cars gleichzeitig auf dem grossen Vorplatz parkiert!

Löwen und Löwenplatz im Graben?
Das Restaurant Löwen und das benachbarte ehemalige Bauernhaus stehen zwischen den beiden alten Dorfkernen Hausen und Heisch. Die Adresse für die alten Riegelhäuser aus dem 19. Jahrhundert lautete „In der Graben“ oder kurz „Graben“, obwohl hier niemand in der Tiefe wohnte. Der Ortsname stammt von einem langen Graben, durch welchen das Wasser des Heischer Dorfbachs (parallel zur heutigen Albisstrasse) in Richtung Hausen abgeleitet werden konnte. Dieser Graben führte durch das Gebiet der heutigen Bushaltestelle und durchs Quartier „Hofmatt“. Das Wasser floss in den Weiher der Mühle an der heutigen Zugerstrasse.

Der grosse Platz vor dem Gebäude war für das Dorf stets wichtig: Hier fand bis in die 1960er-Jahre die Hauser Chilbi statt mit Verkaufsständen, Karussell etc. Ferner stand eine Lastwaage zur Verfügung, um das Gewicht von Grossvieh oder von Wagenladungen zu bestimmen. Auch die Postkutschen und ab 1920 die Postautos machten hier Halt, da im Gebäude der heutigen Hausarztpraxis (Zugerstrasse 1 -> Tafel-Nummer 4) bis 1988 das Postbüro von Hausen untergebracht war.

Standort