In den 1820er-Jahren eröffnete Seidenfabrikant Konrad Schärer hier eine Ferggerei. Mehrere hundert Heimarbeiter in Zug, Ägeri und Sarnen arbeiteten damals für die Firma. Die Arbeit im Fabrikgebäude wurde in den 1880er-Jahren aufgenommen. Infolge der Weltwirtschaftskrise musste der Betrieb 1931 stillgelegt werden.
Ferggerei und Fabrikarbeit
Ein gutes Beispiel zur Ferggerei und zur Heimarbeit, die nicht nur im Weben, sondern auch in der Überprüfung des gewobenen Stoffes bestand, gibt uns Trudy Wyss, Heisch (1924–2022):
„Zur Arbeit der Heimarbeiterinnen und Heimarbeitern gehörte grösstenteils das Weben von Seidenstoffen. Ferner mussten, wie im Falle meiner Mutter, die Stoffe kontrolliert und verbessert werden. In unserer Wohnung stand der grosse Stückputz-Stuhl. Dieser besass oben eine ebene, leicht geneigte Fläche, über welche der Seidenstoff langsam gezogen wurde. Die Aufgabe der Mutter war es, das kostbare Material auf kleine Fehler zu untersuchen und diese zu beheben. Knoten und Noppen mussten mit Hilfe eines „chlüppliartigen“ Werkzeugs weggeschnitten bzw. flachgedrückt werden. Unregelmässige Stellen besserte man aus und freie Fäden schnitt man ab. Grössere, unkorrigierbare Fehler wurden am Rand mit einem farbigen Faden gekennzeichnet. Allmählich wurde nun im Verlauf der Arbeit der Stoff von der oben eingehängten Rolle ab- und mittels einer Kurbel auf die unten liegende Rolle aufgewickelt. Die fertig korrigierten Stoffrollen brachte meine Mutter mit dem Leiterwägeli zur Fabrik, wo ihr gleich wieder neues Material zur Bearbeitung aufgeladen wurde. ‚Ich mues na go fergge‘, sagten die Heimarbeiterinnen zu ihren Kindern, bevor sie sich auf den Weg zur Ferggerei machten.“
1953 übernahm die Firma Neugummierungswerk Stössel AG das alte Fabrikgebäude und liess bald darauf zwei neue Produktionshallen bauen. Rund dreissig Jahre lang wurden hier abgefahrene Reifen mit neuem Profil beschichtet.
Die heutige Nutzung der Gebäude
Nach dem Wegzug der Neugummierungswerk Stössel AG nutzte die Albis-Safe AG die Liegenschaft für die Produktion von Tresoranlagen.
Heute dienen die Werkhallen als Lager- und Werkstätten unter anderem der Firma Häcksel AG, welche unser Dorf mit Holzschnitzeln aus der Region versorgt.
Ebertswil, Weberei Baer mit Kamin+Trafo
1922 · Fabrikareale (Hausen+Ebertswil)
Ebertswil, Moosstrasse, Weberei Baer mit Belegschaft
1931 · Fabrikareale (Hausen+Ebertswil)
Ebertswil, Moosstrasse, Weberei Baer. Fabrikgebäude, Ferggerei, Wohnhaus
ca1880 · Fabrikareale (Hausen+Ebertswil)
Flugplatz-Segelflugzeug HolsDerTeufel bei Fabrik Ebertswil
k. Ang. · Flugplatz, Fliegerei
Neugummierung Stössel-1, Ebertswil
1953 · Ebertswil, Hirzwangen, Husertal, Restaurant Schwanen, Schweikhof, Sihlbrugg
Neugummierung Stössel-2, Ebertswil
1953 · Ebertswil, Hirzwangen, Husertal, Restaurant Schwanen, Schweikhof, Sihlbrugg
Neugummierung Stössel, Ebertswil
1953 · Ebertswil, Hirzwangen, Husertal, Restaurant Schwanen, Schweikhof, Sihlbrugg
Neugummierung Stössel-3, Ebertswil
1953 · Ebertswil, Hirzwangen, Husertal, Restaurant Schwanen, Schweikhof, Sihlbrugg
Ebertswil Flugaufnahme gegen Ost+Fabrik
1986 · Ebertswil, Hirzwangen, Husertal, Restaurant Schwanen, Schweikhof, Sihlbrugg