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Ehemaliger Gasthof Zum Bären

Die ältesten Teile des stolzen Riegelhauses stammen von 1756. Hier war einst das gesellschaftliche Zentrum von Ebertswil. Im ersten Stock betrat man die Gaststube, ferner ging's in einen Saal für Versammlungen, für Chränzli, Tanzanlässe und Theater.

1885 baute man im Haus eine Backstube ein. Sowohl in der Gast- als auch in der Backstube wurde der Betrieb 1973 eingestellt. Es besteht jedoch immer noch ein Tavernenrecht auf der Liegenschaft.

De „Wyber-Hauptme“, ein alter Brauch
Eine ganz besondere Versammlung fand einst zur Fasnachtszeit im Saal des Bären statt, die Wahl des „Wyber-Hauptme“. Alle zwei bis fünf Jahre wurde unter den verheirateten Ebertswiler Frauen der „Wyber-Hauptme“ neu gewählt. Der abtretende „Hauptmann“ bewirtete nach altem Brauch am vereinbarten Nachmittag seine Frauen bei sich zuhause. Darauf ging man in den Bären, um einen neuen „Wyber-Hauptme“ zu wählen. Am Abend kamen die Ehemänner dazu, und eine Tanzmusik spielte auf (seit 1906 eine Formation der Harmonie Hausen). Es wurde Theater gespielt, gesungen und getanzt. Die ledigen Männer mussten Eintrittsgeld bezahlen. Zu später Stunde lud der neue „Wyber-Hauptme“ die Gesellschaft zu sich nach Hause ein, und das Fest nahm seinen Fortgang. Zum letzten Mal wurde der Brauch 1948 durchgeführt.

Die Oberdorfstrasse, einst zu Kappel gehörig
Die wichtige Strassenverbindung Kappel–Ebertswil–Hirzwangen–Sihlbrugg führte bis 1826 durch die Oberdorfstrasse. Diese gehörte damals samt den angrenzenden Grundstücken zur Gemeinde Kappel. Die Kinder der Anwohner gingen in Kappel zur Schule, die Kirchgänger dort sonntags zum Gottesdienst.

Die Gemeindegrenze erfuhr eine Änderung im Zusammenhang mit dem Neubau des heutigen Ebertswiler Schulhauses 1886. Laut Verfügung der Kantonsregierung sollte das neue Schulhaus nun allen Kindern des Dörfchens zur Verfügung stehen. Kappel musste deshalb die Oberdorfstrasse an Hausen abtreten, und alle Ebertswiler gehören seither politisch und kirchlich zur Gemeinde Hausen am Albis.

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